Sichelwinde

Der Leuchtturm

Ein Informant wird vermisst

Die Leuchtturminsel schien regelmäßig von der Flut zu überschwemmt werden – Tang und nasser Sand waren Zeuge der letzten Gezeitenwelle. Umso mehr fielen die Fußspuren auf, die von der schweren Tür des Turms weg zum Anlegesteg führten. Da, wie Serin vermutete, es sich aber nicht um Abdrücke von Kampfstiefeln handelte, maß die Gruppe ihnen keinen besonderen Wert bei.

Im Leuchtturm selbst fanden sie ein spartanisch eingerichtetes Wohn- und Schlafzimmer auf dem Erdgeschoss vor, wo auf dem Schreibtisch die zerrissenen Reste eines Briefes lagen, dessen Tinte offenbar absichtlich ausgebleicht worden war. Während Farlem eine große Falltür unter dem Bett vorfand, untersuchten Gerion und Serin die Spitze des Leuchtturms. Dort entdeckten sie einen durchsichtigen Kristall, der unter freiem Himmel in die Spitze eines vier Meter hohen Dreibeins eingesetzt war. Gerion konnte nicht widerstehen und berührte den Kristall, der daraufhin selbstständig und regelmäßig starke Lichtblitze aussendete. Mit Unmut registrierte Serin, dass der Leuchtturm am Ufer der benachbarten Insel antwortete – am helllichten Tag.

Im Keller, unterhalb der Falltür, fand man eine Höhle, die künstlich erweitert worden war. Anfangs schien alles ruhig, doch wurde die Gruppe von fünf Gestalten angegriffen, die sich auf drakonisch gegenseitig Befehle zubellten. Man verschonte die Angreifer und fesselte sie, als ein gewaltiges Getöse durch die Höhle hallte. Man ging mit dem, den man für den Anführer hielt, zu einem noch nicht erkundeten, mit einer schweren Tür verbarrikadierten Raum.
Dahinter fand sich der Grund für den Lärm – ein großer Teil der großen Höhle war eingestürzt – über einem ausgewachsenen, schwarzen Drachen. Dieser lebte zwar noch, war aber entweder nicht in der Lage oder nicht Willens, die Eindringlinge zu töten oder zu verjagen. Stattdessen ließ er sich auf eine Unterredung ein und ließ durchscheinen, dass ein größerer Plan im Gange sei, und Helden wie sie, die er als “Maden des Glänzenden” bezeichnete, noch darunter zu leiden hätten.
Farlem sah sich in seiner Vermutung bestätigt, dass es sich hier um Anbeter der Tiamat handelte – er hatte den von Zeron gefundenen Kettenanhänger von kunstvoll verknotete Schnüren als Rosenkranz aus den fünf Farben der bösen Drachen interpretiert.

Die Angreifer hatten diesen Drachen offenbar angebetet, und wie der Anführer dessen Tod mit ansah, verfiel er in einen Zustand der Katatonie. Die Gruppe startete Verhöre, um mehr herauszukriegen, wurden aber zumeist beschimpft und/oder angespuckt. Nach einem Streit beschloss man, ihnen eine zweite Chance zu bieten – als alle bis auf einen dies ablehnten, entledigte man sich der Gefangenen und führte Owulf, der einen Neuanfang wagen wollte, zurück nach oben.

Zurück im Hauptquartier der Silberbären berichtete man Eisenwut von den Geschehnissen, der daraufhin in Rage verfiel: Der leuchtende Kristall sei ein Signal an Verbündete gewesen, dass die Übernahme bald stattfindet – aber für den am kommenden Tag beginnenden Angriff, den das Leuchten signalisieren sollte, sei man längst nicht bereit. Nebenbei beobachtete die Gruppe einen Halbling, der offenbar Teile der Unterredung mit Eisenwut mitschrieb – obwohl man ihm misstrauisch begegnete, schien ihn das nicht zu stören; er stellte sich als Goccio di Issenza vor und bot seine Hilfe an. Den ersten Test der Gruppe, die sich alsbald an die Fälschung von Passierscheinen machte, schien er bestanden zu haben – offenbar sind sie geneigt, sein Angebot wahrzunehmen: Sie nehmen ihn mit auf ihre Reisen, dürfen seinen Pferdewagen nutzen und von seinen Kontakten profitieren – dafür darf er ihre Geschichte schreiben.

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makkaal

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